Das richtige Verhalten beim Wandern bei schlechter Sicht

Das richtige Verhalten beim Wandern bei schlechter Sicht

In Höhen schon ab 1000 Meter können die Witterungsverhältnisse komplett anders sein als beim Aufbruch im Tal oder tiefer gelegenen Startpunkten. Die Sichtverhältnisse während einer Tour können durch Nebel, Schneetreiben oder durch die einbrechende Dunkelheit erschwert werden. Aber auch Regen oder Schneeregen kann euch die Tour vermiesen. Eisige Winde können den Wanderer bei unangemessener Kleidung schnell auskühlen – es kommt vermehrt zu Unterkühlungen und Erschöpfungen. Beim Wandern bei schlechter Sicht gibt es einiges zu beachten, damit der Auf- und Abstieg doch noch gefahrlos klappt.

Wie verhalte ich mich bei schlechten Sichtverhältnissen?

Zu erst einmal solltest du nicht in Panik verfallen und Ruhe bewahren. Nebel und Regenschauer können im Gebirge genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Zunächst solltest du dich über deinen genauen Standort vertraut machen. Mit Hilfe von Karte, Kompass und Höhenmesser oder mit der neueren Technik eines GPS-Geräts kannst du dich über deinen genauen Standort informieren.

Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen

Mach dich vertraut mit dem noch vor dir liegenden Weg und schätze die Gefahren unter Berücksichtigung des Wetterumschwunges ein. Orientiere dich dabei an den Teilnehmer der Gruppe mit den geringsten Erfahrungen beim Wandern oder mit den größten Einschränkungen. Dies solltest du immer machen, wenn sich das Wetter verschlechtert.

Bei jedem Wetterumschwung musst du die Gefahren der Tourfortsetzung erneut analysieren

Wie verhalte ich mich in einer Gruppe bei schlechten Sichtverhältnissen?

Informiere dich vor Aufbruch über die Erfahrungen der einzelnen Teilnehmer der Wanderung. Teilnehmer mit weniger Erfahrung sollten bei schlechten Sichtverhältnissen in die Mitte der Gruppe genommen werden. Die Teilnehmer dürfen nicht aus dem Auge gelassen werden und die Gruppe muss dicht beieinander bleiben. Sollte ein Teilnehmer der Expedition Angst bekommen, rede mit der Person und mach ihr bewusst, dass du dich mit solchen Situationen vertraut bist. Das Gehtempo sollte an den langsamsten Teilnehmer angepasst werden. Sprecht regelmäßig über das aktuelle Wohlbefinden. Zu hohes Gehtempo und zu hohe Anstrengungen können zu Erschöpfungen und Ermüdungen führen.

Tauscht euch regelmäßig über das Wohlbefinden und Ängste in der Gruppe aus

 Zusammenfassende Tipps beim Wandern bei schlechter Sicht

  • immer auf dem Weg bleiben und aufmerksam nach Markierungen (Trittspuren, T-Markierungen, Steinmännchen) Aussschau halten
  • wenn du keine Markierungen mehr findest und du dich nicht orientieren kannst, musst du unbedingt an den letzten bekannten Ort zurückkehren – unmarkiertes Gelände kann bei schlechten Sichtverhältnisse unverhältnismäßig große Gefahren birgen
  • die Gruppe muss immer zusammenbleiben – auf den Teilnehmer mit den wenigsten Erfahrungen Rücksicht nehmen
  • nicht versuchen, unbekannte Abkürzungen zu nehmen
  • vor Kälte und Nässe schützen
  • die Gefahren des Wetterumschwunges immer neu analysieren
  • du solltest immer wissen, an welchen Standort du dich gerade befindest
  • die Nummer der Bergrettung parat haben
  • Stirnlampen oder Taschenlampen mitnehmen