Wandern im Winter – Was zu beachten ist

Winter Wandern im Schnee

Das besondere Erlebnis von Wandern im Winter gönnen sich viele in der kalten Jahreszeit. Die schneebedeckte Landschaft hat immer ihren eigenen Reiz. Und so mancher rüstet sich bereits im Herbst, um das Winterwandern oder spezielle Touren vorzubereiten. Auch Ungeübte finden schnell Gefallen an den romantisch anmutenden Wäldern. Aber es ist doch einiges an Vorbereitungen zu erbringen, wenn das Wandern im Schnee ohne Zwischenfälle und alsbald in guter Erinnerung bleiben soll.

Die Planung der Wanderroute im Winter

Mehr noch als in den übrigen Jahreszeiten kommt es beim Winterwandern auf eine gute Planung der Route an. Heute finden sich im Internet Unmengen von Vorschlägen. Der Routenplaner als App findet zunehmend Verbreitung, auch eine Software für die Navigation findet sich auf Google Play oder im Apple Store. Zu bedenken ist aber, dass während der Wanderung im Schnee vielfach kein Netz vorhanden ist, der natürliche Orientierungssinn sollte also gut ausgebildet sein.

Die App informiert über interessante Routen und besondere Highlights. Die Community steuert ihre Erfahrungen bei, auch Freunde und Bekannte mit entsprechenden Kenntnissen können hilfreiche Tipps geben. In der Software legt der Wanderfreudige seinen Standort, die Länge der Strecke und den Schwierigkeitsgrad seiner Route fest.

Aber auch die traditionelle Wanderkarte hilft beim Planen und während der Wanderung im Winter. Allerdings sollte sie aktuell sein, der Maßstab 1:50 000 kann ausreichen, genauer sind 1:25 000. Der Wanderführer hält Besonderheiten der Umgebung bereit, auch Reiseführer geben Inspiration. Reichlich angeboten werden Anleitungen für den klassischen Wanderweg, für die Familie einschließlich Kinderwagen, aber auch für Natur- oder Kulturwege.

Wandern im Winter – Anspruch und Erfahrung

Das Wandern im Winter stellt besondere Herausforderungen. Die Strecke sollte der Fitness und der Erfahrung der Teilnehmer entsprechen, ohne zu unterfordern oder gar zu langweilen. Für den Anfänger läuft es sich angenehm bei einem Tempo von vier bis sechs Kilometern in der Stunde. Die Länge der Strecke kann bis 10 Kilometer betragen, die Höhenmeter bleiben begrenzt. So vermeidet der erfahrene Wanderer Überforderungen und erhält sich den Spaß am winterlichen Vergnügen.

Wie du dich für eine längere Wanderung vorbereitest, erfährst du im folgenden Beitrag:
Das richtige Training vor einer Wandertour

Den Wanderer erwarten kurze Tage, deshalb ist eine Stirnlampe sinnvoll oder die gute alte Taschenleuchte. Die früh einsetzende Dunkelheit während des Winters ist bei der Zeitplanung zu beachten. Wegmarkierungen sind oft eingeschneit, der richtige Weg kann schwer zu finden sein. Deshalb sind gute Karten so wichtig, zuverlässige Wander-Apps und der GPS-Tracker ebenfalls. Die Powerbank ist unverzichtbar, wenn das Smartphone an der Orientierung beteiligt wird.

Geht die Tour über mehrere Tage, ist der Wetterbericht eine wichtige Informationsquelle. Unterwegs muss auf das Internet bisweilen verzichtet werden, also sind die Nachrichten im Voraus umso wichtiger. Die Öffnungszeiten der am Weg liegenden Berghütten kann man beim Wandern im Winter ebenfalls schon vor Beginn der Tour erfahren.

Welche Anziehsachen brauche ich beim Winterwandern?

Längst bekannt ist das Zwiebelprinzip. Die Bekleidung besteht aus mehreren Schichten und verbessert so die Klimatisierung, den Feuchtigkeitstransport und den Wetterschutz bei Wind und Nässe. Preiswerte Unterwäsche und Shirts transportieren die Feuchtigkeit nicht ausreichend nach außen, deshalb entsteht bei Pausen oft ein Kältegefühl. Funktionstextilien bilden die erste Schicht, am besten wählst du ein T-Shirt oder ein Hemd aus Kunstfaser. Auch Merinowolle ist ein guter Rat von erfahrenen Wanderern, denn sie wärmt bei Kälte und kühlt, wenn es zu warm ist.

Deine zweite Lage ist ein wärmendes Fleece, winddicht und wasserabweisend, der allen Schweiß nach auswärts befördert. Für den Aufstieg reicht diese Schicht meist aus, wenn sie Wasser abweist und kleine Schneegestöber übersteht. Die Funktions- oder Outdoorjacke wie auch die Wanderhose zeihst du als letzte Schicht über, sie sollte wenigstens wasserabweisend sein, aber Wasserdampf aus dem Inneren ins Freie hinauslassen. Diese äußere Haut muss unbedingt dem starken Regen, Wind und Schnee einiges entgegensetzen, um den Wanderer vor den Wettereinflüssen zu schützen.

Beim Wandern im Schnee saugen sich die Hosenbeine schnell voll mit Wasser, wenn sie nicht imprägniert sind. Dann helfen Gamaschen, die keine Feuchtigkeit in die Schuhe lassen. Zusätzlich ist eine Kapuze zu empfehlen, in die Jacke integriert oder mit einem Reißverschluss leicht zu lösen. Das Laiberl für den Wäschewechsel ist auch bei Winterwanderungen eine hervorragende Idee. Wer das Prinzip „Zwiebel“ richtig umsetzt, reduziert das Risiko, sich beim Winterwandern eine Erkältung einzufangen. Das Gleiche gilt für Kreislaufbeschwerden, die ebenfalls auftreten können.

Jacke wie Hose?

Nein, es ist nicht egal, welche Hose du anziehst. Nein, die Jeans bleibt zu Hause. Denn dieses Beinkleid ist für Touren im Winter gleich gar nicht geeignet. Denn ist der derbe Stoff einmal durchfeuchtet, bleibt er für lange Zeit klamm.

Geeignet sind Ski- oder Snowboardhosen. Wer etwas mehr anlegen will, kann in eine Tourenhose investieren. In einem guten Fachgeschäft findet der Kunde mittlerweile funktionelle Berghosen, die Wasser gut abweisen und schnell trocknen. Die bereits erwähnten Gamaschen halten den Schnee ab, so dass die Füße trocken bleiben. Mit der im Winter einst selbstverständlichen langen Unterhose ist man für das Winterwandern immer gut ausgestattet, wie launisch die Witterung auch werden mag. Nur ist auch hier die Kunstfaser der Baumwolle vorzuziehen.

Welche Wanderschuhe sind beim Wandern im Winter geeignet?

Für das Wandern im Winter sind die Schuhe besonders wichtig. Sie müssen besonders stabil sein und resistent gegen Wasser und Kälte. Bei manchen Touren ist durchaus mit einem vereisten Hang zu rechnen, deshalb sollte das Schuhwerk aus entsprechend festem Material bestehen. Der hohe Lederbergschuh mit einer steifen und griffigen Profilsohle aus Gummi bietet auf Schnee und Eis jederzeit guten Halt. Als Alternative empfiehlt sich eine Kombination aus Leder und Gore-Tex bzw. Sympatex.

No Gos gibt es auch bei Schuhen: Moonboots oder leichte Trekking-Schuhe bieten kaum stabilen Halt und halten nicht ausreichend dicht. Am Abend die Schuhe gut mit Papier ausstopfen, um sie austrocknen zu lassen. Aber bitte nicht auf den Heizkörper legen! Mit feuchten Schuhen riskiert man eine Unterkühlung, auch Erfrierungen können vorkommen.

Gut isolieren und sorgfältig anprobieren

Die Füße gegen die vom Boden aufsteigende Kälte zu isolieren ist im Winter eine sinnvolle Maßnahme und besonders beim Wandern im Schnee. Sohlen mit einem Thermofußbett wärmen ausgezeichnet, zum Beispiel aus Schaffell. Schaumstoffe isolieren ebenfalls, auch Lammfell oder Filz und synthetische Hohlfasern erfüllen die für das Wandern notwendigen Bedingungen. Alternativ kannst du auch Wandersocken nehmen, die gut isolieren. Bewährt sind Wandersocken aus Merinowolle. Diese transportieren den Schweiß nach außen und halten deine Füße warm. Magst du es noch ein wenig wärmer, dann kannst du auch zu Skisocken aus Merinowolle greifen.

Die Wanderschuhe sollten wenigstens bis über die Knöchel reichen. Die Zehen brauchen besonders in Winterschuhen ausreichend Freiraum, und die Ferse muss gut sitzen. Der Platz für die Zehen beträgt 1 Zentimeter. Rutscht du nach vorne, bleibt hinter deiner Ferse noch eine Fingerbreite Platz: Dann hat das Schuhwerk das optimale Maß. Vorsicht vor zu großen Schuhen! Wenn die Ferse bei jedem Schritt reibt, entstehen Blasen. Geht es zum Aussuchen der Schuhe, am besten die eigenen Socken für die Anprobe mitnehmen. Wer am Nachmittag größere Füße hat als morgens, kauft besser am Vormittag.

Der Wanderrucksack für den Winter

Je nach Länge der geplanten Tour ist ein Rucksack unverzichtbar. Den Wetterbedingungen entsprechend und besonders beim Wandern im Schnee muss das Behältnis aber wasserdicht sein, eine Regenhülle sorgt ebenfalls für den nötigen Schutz. Als Fassungsvermögen haben sich 25 bis 30 Liter als ausreichend erwiesen.

Je nach Länge der Tour ist der nötige Proviant mitzuführen, beim Wandern im Winter drängt sich die Thermoskanne mit heißem Tee geradezu auf. Ein Sitzkissen oder eine wasserdichte Decke für die Pause braucht nur wenig Platz, eine Stirnlampe hilft bei einem verfrühten Einbruch der Dunkelheit, der beim Wandern im Winter sehr plötzlich vor sich gehen kann. Das Handy gehört in den Rucksack, auch an das Shirt zum Wechseln oder ein Fleeceshirt solltest du denken. Alles in allem darf man nicht zu viel mitnehmen, um das Gewicht des Rucksacks gering zu halten. Besonders das Wandern im Schnee ist doch kraftraubender als viele denken, und jedes Kilo weniger reduziert die Belastung deutlich.

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